Kubanische Nachrichtenagentur in Deutschland stärker präsent - Prensa Latina unterzeichnet in Havanna Rahmenabkommen mit der Solidaritätsorganisation Cuba Sí
Von Steffen Niese, Havanna - 20.02.2010
Havanna. Die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina weitet ihre Arbeit im deutschsprachigen Raum aus. Im Beisein hochrangiger Funktionäre der sozialistischen Regierung unterzeichneten Vertreter der deutschen Solidaritätsorganisation Cuba Sí am Samstag ein Kooperationsabkommen mit der 1960 gegründeten Agentur. Ziel sei unter anderem, den Austausch von Informationen in beide Richtungen zu fördern, hieß es bei der feierlichen Unterzeichnung des Dokuments am Rande der 19. Internationalen Buchmesse in der kubanischen Hauptstadt Havanna.
Beide Seiten vereinbarten eine Ausweitung der bereits begonnen Kooperation. Er sei zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit „zu positiven Ergebnissen führen wird“, sagte der Vizepräsident der Agentur, Edilberto Méndez Amador. Als zwei mögliche Felder der künftigen gemeinsamen Arbeit nannte er die Entwicklung von Fernseh- und Multimediaprojekten.
In seiner Ansprache ging der verantwortliche Koordinator von Cuba Sí, Konstantin Seeger, zunächst auf die positive Entwicklung der Arbeit von Cuba Sí seit 1992 ein. Laut Seeger konnten bis heute elf landwirtschaftliche Projekte in Kuba realisiert werden, die einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Milchversorgung in dem Inselstaat geleistet haben.

Bei der Unterzeichnung des Vertrags: Cuba-Si-Delegationsmitglied Marlene Cadenaba, Koordinator Konstantin Seeger und der Vizepräsident von Prensa Latina, Edilberto Méndez
In diesem Zusammenhang ging er auch auf die bislang fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft (ICAP), dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Kubas, dem Landwirtschaftsministerium, dem Ministerium für Außenhandel sowie mit dem Kulturministerium ein. Besondere Erwähnung fand die kubanischen Partnerorganisation für Tierproduktion (ACPA), die seit vielen Jahren die Projekte vor Ort betreut.
Auch wies Seeger darauf hin, dass vor wenigen Wochen in Berlin ein Treffen mit dem Vizepräsidenten des ICAP, Elio Gámez, stattgefunden habe. Dabei hätten die kubanischen Vertreter vor allem die Bedeutung des Aufbaus alternativer Informationskanäle hervorgehoben. „Wir wollen den Bekanntheitsgrad und den Stellenwert von Prensa Latina in Deutschland und in Europa daher weiter erhöhen und zur Schaffung von Gegenöffentlichkeit beitragen“, so Seeger.
Mit dieser Idee war Prensa Latina unmittelbar nach der Kubanischen Revolution auf Initiative von Fidel Castro und Ernesto Che Guevara gegründet worden. Die Agentur ist seit Sommer 2009 wieder in Deutschland mit einem Korrespondentenbüro unter Leitung des Journalisten Harald Neuber vertreten, der bei der Vertragsunterzeichnung zugegen war. |